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Mobiltelefon

          

 

  Derzeit ist die Mobiltelefonindustrie eine wachsende Branche: allein im Jahre 2003 stieg die Zahl der verkauften Handys

  um 23,3 % auf 533 Millionen. In den Jahren zuvor wurden nie mehr als 500 Millionen Mobiltelefone in einem Jahr

  verkauft. Damit profitierten die Hersteller der Geräte von der starken Nachfrage vor allem in den Schwellenländern

  Asiens und Osteuropas. Außerdem ersetzten im Jahre 2003 viele Nutzer ihre alten Handys durch moderne Geräte. Im

  Jahr 2005 wurden 817 Millionen Geräte verkauft. Im folgenden Jahr 2006 waren es bereits 990 Millionen Geräte.

  Die Industrieländer gelten jedoch mittlerweile als gesättigte Märkte, auch wenn versucht wird, für hochwertige Handys

  (integrierte Digitalkameras, MP3-Player und Farbdisplay) durch neue Verkaufsideen neue Konsumenten zu gewinnen.

  Die Netzbetreiber – in Deutschland z. B. T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 – verkaufen subventionierte Geräte, um

  Marktanteile zu gewinnen. In den Jahren 2003/04 gab es vor allem eine große Nachfrage nach günstigen

  Einsteigerhandys. In Schwellenländern wie der Volksrepublik China, Indonesien, Indien, Russland und Brasilien haben

  die Verkäufe 2004 die Erwartungen der Hersteller weit übertroffen. In diesen Ländern sind äußerst preiswerte Modelle

  besonders gefragt. Hier unterbieten sich einige Hersteller gegenseitig mit „abgespeckten“ Handymodellen. Billigste

  Einsteigergeräte bieten die Unternehmen Konka für 48 € in China und Motorola für 40 € in Indien und Indonesien an.

  Weltmarktführer bei Mobiltelefonen ist das finnische Unternehmen Nokia mit einem Weltmarktanteil von 33 % im Jahr

  2004. Jedoch fiel bei Nokia der Nettogewinn im Schlussquartal 2004 um 13 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor.

  Bei Samsung, weltweit die Nummer drei, sank jedoch die Gewinnmarge von 13 % im dritten auf 3 % im vierten

  Quartal. Vor allem die asiatischen Hersteller wie LG Electronics, Ningbo Bird, Haier, Konka, Spice Telecom und TCL

  haben ihre Marktanteile erhöhen können. Zwischen den Herstellern und Netzbetreibern herrscht ein zunehmend starker

  Wettbewerb, der dazu führte, dass Siemens seine defizitäre Mobilfunksparte im Oktober 2005 an das taiwanesische

  BenQ verkaufte.

 

  Das starke Umsatzwachstum der Jahre 2002 und 2003 flaut bei Mobiltelefonen derzeit ab. 2004 hat sich das

  Wachstum auf 32 % fast halbiert. Für 2005 wird nur noch ein weltweites Wachstum von 8 % erwartet. Es scheint

  schon jetzt, als müssten sich die Mobiltelefonhersteller 2006 ebenfalls auf einstellige Wachstumsraten einrichten. Der

  Mengenabsatz werde zwar weiter steigen, aber die Gewinnmargen bleiben unter Druck. Selbst in manchen Metropolen

  neuer Marktregionen wie Peking und Jakarta scheint sich schon 2005 eine leichte Sättigung bemerkbar zu machen.

         

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